DAF-Interview zum Euro-Gipfel

„An Dogmen festzuhalten, macht keinen Sinn!“ 

... diese Aussage haben wir von unseren Politikern vollmundig gehört, als man Ende der 1980er Jahre über die Schwächen und Untergangsgründe der Sowjetunion fabulierte. Die momentanen Aktionen unserer Funktionäre in der Europäischen (Sowjet-)Union werden nun vermutlich bei vielen ehemaligen Sowjetfunktionären des damaligen Ostblocks ein Grinsen ins Gesicht zaubern.

Trotz aller eindeutigen Beweise dafür, dass unser auf Zinsen und ewiges Wachstum basierendes System destruktiv ist, hält man wie ein trotziges Kind an seinem Weltbild fest. Nur geht es hier aber um mehr, als nur um ein Spiel.

Man hat uns einmal gesagt, dass es eine Marktwirtschaft mit Bereinigungsprozessen gibt, die auch einmal unfähige Marktteilnehmer oder nicht zeitgemäße Geschäftsmodelle herunterfallen lässt. Warum gilt das eigentlich nicht für Politiker oder Wissenschaftler, deren mangelhafte Ergebnisse eindeutige Maßnahmen erfordern würden.

Wie hat man den Euro bei der Einführung gepriesen, während einige weitsichtigere und fähigere Persönlichkeiten die jetzige Situation exakt voraussahen. Wo bleiben die Sondersendungen mit den vier Professoren, die nicht nur heute gegen den widerrechtlichen Rettungsschirm klagen, sondern bereits vor der Euro-Einführung die neue Währung verfassungsrechtlich verhindern wollten? Auch ich habe schon in den 1990er Jahren vor der Heterogenität der Euroländer gewarnt. Diese heutige Situation habe ich als „Krise mit Ansage“ beschrieben…

Ich freue mich, dass es Sender gibt, die konstruktive Kritiker wie mich immer wieder zu Wort kommen lassen:

daf-interview-zum-euro-gipfel
Aufzeichnung vom 21.07.2011:
www.daf.fm/video/andreas-popp-system-vor-dem-crash---run-auf-banken-geht-los-50146158.html

Die Aussage in dem Interview, dass auch wir noch nach Auswegen suchen, möchte ich kurz kommentieren. Die Wissensmanufaktur hat bereits komplett neue Modelle entwickelt, die uns sehr praxisnah erscheinen. Aber wir formulieren es lieber vorsichtig, denn wir benötigen dringend eine Wirtschaftswissenschaft, die alle Zusammenhänge der Ökonomie im Kontext zur gesamten Gesellschaft erforscht. Das findet bis heute leider nicht öffentlich statt. Viele Professoren leiden unter den religiösen Zügen ihres Ausbildungsstoffs. An ergebnisoffener Forschung ist das System nicht interessiert. Stattdessen geht es vielmehr um eine offensichtliche Lobbyarbeit dieser angeblichen Wissenschaftler.

Eine Umstellung der gesamten Ökonomie wäre allerdings sehr zeitnah möglich, ohne den Wachstumswahn und die Umweltzerstörung, die das heutige Wirtschaftssystem zur Folge hat.

Die derzeitigen Rechtsbrüche und die dogmatischen Theaterstücke der Experten und Politiker sind schwer erträglich.

Vielleicht sollten wir uns lieber einmal Gedanken über die Perspektivlosigkeit der Jugend machen, die Altersarmut, die Umweltzerstörung, die Qualhaltung von Tieren, Hungersnöte und vieles mehr.

Das alles ist viel wichtiger, als die Rettung von Banken – und kostengünstiger wäre es auch! 


Ihr Andreas Popp, Juli 2011

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